Küstenlandschaft & Kleinstadtcharme – Mit dem Auto von Bradenton über Sarasota nach Venice
Kuestenlandschaft & Kleinstadtcharme – Mit dem Auto von Bradenton über Sarasota nach Venice

Wenn jemand eine Reise tut, dann kann er was erzählen …

Bradeton . morgens: frische Meeresluft einatmen und sofort macht sich ein motivierendes Gluecksgefuehl breit. Es ist eine Mischung aus Tatendrang, Vorfreude und Neugierde. So ähnlich muss sich auch der spanische Eroberer Panfilo de Navarez gefühlt haben, als er 1528 zusammen mit ein paar mutigen Soldaten und Kampfhunden an Floridas Ostküste landete.
Der historischen Überlieferung zufolge liess er einem Tocabago- Häuptling die Nase abschneiden, um die Ernsthaftigkeit seines Vorhabens und seine Stärke zu demonstrieren.
Schiffe, Schwerter, Kompasse und Ferngläser der ehemals europäischen Eroberer haben längst ausgedient. Der moderne Florida-Entdecker rüstet sich lieber mit einem Cabriolet, Routenplaner, Golfschlägern, Digitalkamera und Kreditkarte aus. Das südlich von Tampa gelegene Bradenton ist der perfekte Ort um die typisch floridianische Mischung aus gepflegter Unterhaltung, Kunst, Kultur, Wassersport, Sonnenbaden und Golf zu geniessen. Die 50.000 Einwohner grosse Gemeinde hat sich im Laufe der Jahre, trotz kosmopolitischen Charakter, seinen liebevollen Kleinstadtcharme bewahrt.
Einer der hier gelegenen Staatsparks bietet sich zur vormittaeglichen Erholung geradezu an. Der Lake Manatee State Park und der Egmont Key State Park geizen nicht mit ihren landschaftlichen Reizen und bieten idyllische Plätze. Der Nachmittag ist bestens geeignet das grösste natur- und kunsthistorische Museum auf Floridas Golfkueste zu besuchen. Das South Florida Museum hat sich erst kürzlich einer fünf Millionen Renovierung unterzogen und offeriert dem Besucher wertvolle archäologische und paläontologische Schätze. Das Museum, zu dem auch das Bishop Planetarium und das Parker Manatee Aquarium zählen, lockt zudem mit einer ganz besonderen Attraktion: Snooty, das Manatee, hat im Planetarium sein viel besuchtes Zuhause gefunden und sich mittlerweile zum inoffiziellen Maskottchen von Bradenton entwickelt.
Abends Unterhaltung mit den „Manatee Players’. Milde Temperaturen lassen solche Outdoor Aktivitäten zu. Die Schauspieltruppe gibt Revuen, Buehnenklassiker und Publikumshits wie „Annie Get Your Gun“, „Cinderella“ oder „Der Elefantenmann“ zum Besten.
Am zweiten Tag in Bradenton steht ein Besuch der Downtown an – wo sich ein Kuenstlerdorf befindet. Im Zuge von Revitalisierungsmassnahmen riefen die Gemeindeverantwortlichen vor Jahren alle interessierten Kunstschaffenden auf, sich in den Prozess einzubringen. Es entstand eine Gemeinschaft, in der Künstler leben, arbeiten und ihre Waren im „The Village of Art“ verkaufen. Im Sommer 1999 formierte sich eine Kuenstlergilde der sich Vertreter aller Kunstformen anschlossen. Sie verwandelten den Stadtteil in einen geradezu malerischen Ort.

Sarasota
Etwa zwölf Meilen und gemütliche 20 Autominuten auf der US 41 später, das idyllische Sarasota. Die farbenfrohe Szenerie aus tuerkisblauem Meerwasser und blendend weissem, preisgekröntem Sandstrand, ist verheissungsvoll und macht Lust auf mehr.
An der Kreuzung US 41 und University Parkway steht das Stadtjuwel, das John und Mable Ringling Museum of Art. Es ist der grösste Museums- und Universitaetskomplex des Landes. Der 26.000 Hektar grosse Besitz ist das Vermächtnis von Zirkuslegende John Ringling. Nach seinem Tode 1936 hinterliess der passionierte Mäzen seine komplette Sammlung sowie das gesamte Anwesen dem Staate Florida. Die 21 Galerien und Ausstellungsräume beherbergen 500 Jahre Kunstgeschichte. Zu sehen sind griechische und römische Plastiken sowie barocke Raritäten von Rubens, Van Dyck und Poussin. Unter anderem sind hier auch zeitgenössische Arbeiten von Kunststudenten der Florida State University zu bewundern. Diejenigen, die weniger an Kunst interessiert sind, schlendern durch das Zirkusmuseum oder durch den weitläufigen Rosengarten. Kaum jemand verlässt das Anwesen, ohne einen Blick in das opulente Herrenhaus der Ringlings, das Ca’d’Zan, geworfen zu haben – einer kürzlich renovierten, 32-Zimmer grossen Villa im venezianischen Stil. Den Hunger nach Kultur gestillt – Lust auf trivialere Freuden? Cappuccino, Eiscreme und Shopping stehen auf dem Programm. St. Armands Keys und St. Armands Circle im südlicheren Teil von Sarasota ist dafür bestens geeignet. Strassencafes reihen sich hier an zahlreiche Restaurants. Malerische Innenhoefe mit kleinen Springbrunnen und Sitzbänken laden in der Nachmittagssonne zum Verweilen ein. Erholung wird hier gross geschrieben. Allein die Kreditkarte kommt bei den vielen Geschäften in den Einkaufspassagen nicht zum Ausruhen. Bevor es auf dem Highway 789 Richtung Norden geht, noch ein Stopp an der Van Wezel Performing Arts Hall. Das Gebäude prägt sich aufgrund seiner aussergewöhnlichen Form und Farbe ins Gedächtnis ein. Als überdimensionale, lilafarbene Meeresmuschel ziert es unzählige Abbildungen. Viele Eindrücke und unvergessliche Momente reicher lassen Sie bei einem kühlen Drink den Tag Revue passieren und zählen die Sterne.
Am nächsten Morgen – entspannen bei einem Spaziergang am Strand. Sarasotas Strände bieten jedem Reisetyp, egal ob es Familien, Paare, Einzel- oder 50+ Reisende sind, den passenden Abschnitt. Die floridianische Gastfreundlichkeit weht um jede Ecke.

Venice
Auf der halbstündigen Autofahrt von Sarasota nach Venice geniessen Sie die herrliche Kuestenlandschaft entlang der US41. Viele kleine Städte in den Vereinigten Staaten tragen Namen europäischer Metropolen: Athen, Vienna, Paris oder Venice.
Genauso wie sein Namenszwilling an der Adria ist auch Floridas Venice mit Wasserwegen und Kanälen durchzogen. Beim Überqueren einer der drei Brücken nach Downtown ist es, als würde man in eine andere Welt eintauchen. Das Tempo ist langsamer, die Atmosphäre friedvoll und ruhig. Die erwartete norditalienische Renaissance-Architektur ist in den kunstvollen Details nostalgischer Strassenlaternen oder aufwändig verzierter Springbrunnen spürbar. Sehenswert ist das im Jahre 1927 erbaute Venice Train Depot, welches im nationalen Register der historischen Plätze geführt wird und unter Denkmalschutz steht. Die Island Avenues im Stadtzentrum muten wie im Bilderbuch an: Souvenierlaeden, Kleiderboutiquen, Geschäfte mit Kunsthandwerk, Antiquariate, Blumenbeete entlang der Wasserkanaele, Strassencafes und Gourmet-Restaurants machen das Shopping-Erlebnis perfekt.
Nur wenige Gehminuten entfernt warten die Traumstraende auf Erholung suchende Urlauber. Nokomis Beach ist ruhig und familienorientiert. Venice Municipal Beach zieht aufgrund seines Korallenriffs die Besucher an. Der bekannteste Strand von Venice ist die Caspersen Beach, ein naturbelassener Kuestenabschnitt, der sich ideal zum Suchen von prähistorischen Haifischzaehnen anbietet. Venice bezeichnet sich selbst gern als „Hauptstadt der Haifischzaehne“. Tatsächlich findet sich hier eine starke Konzentration von versteinerten Haifischgebissen, die regelmässig an Land gespült werden. Also lädt man jedes Jahr zum jährlichen Haifisch- und Meeresfruechte-Festival an der Caspersen Beach ein.
Zum Abschluss am Abend Einkehr im „Sharkey’s on the Beach“ – leider längst kein Geheimtipp mehr. Unter sternenklarem Himmel verwöhnt der Küchenchef seine Gäste mit Köstlichkeiten frisch aus dem Meer.

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